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1965 - 2004

1967 beteiligte sich der Ortsverein aktiv an der Unterstützung des Volksbegehrens zur Abschaffung der Konfessionsschulen und Errichtung der Gemeinschaftsschulen. Ein Wechsel wurde an der "Spitze des Ortsvereins vollzogen:

Franz Plank legte den Vorsitz in die Hände des 39 jährigen Toni Kaiser.

Die wesentliche Arbeit von 1967 bis 1974 war der Kommunalpolitik gewidmet. Die in ganz Bayern durchgeführte Gebietsreform von 1972 vergrößerte die Einwohnerschaft der Stadt Neumarkt und erhöhte somit auch die Zahl der zu vergebenden Stadtratsmandate auf insgesamt 30. Dabei ist zu bemerken, daß sich durch die Gebietsreform die Wählerstruktur in der Stadt zu Ungunsten der SPD veränderte. Während z.B. die CSU-Bastionen Pelchenhofen, Lippertshofen und Helena eingemeindet wurden, fand Sengenthal, wo vielleicht ein paar Zementarbeiter zur SPD tendierten, keine Aufnahme in Neumarkt.

Begünstigt durch den bundespolitischen Trend - in Bonn regierte die Sozial-Liberale Koalition mit Bundeskanzler Willy Brandt - konnte die Partei ihren Stimmenanteil im Kommunalbereich wieder ausbauen und 9 Sitze einnehmen. Unerwartet starb 1974, im Alter von nur 46 Jahren, Toni Kaiser, zu dessen Nachfolger Armin Aumeier gewählt wurde, und der die Partei bis 1991 führte. Einen Höhepunkt in der Geschichte des Ortsvereins stellte der Besuch von Bundeskanzler Willy Brandt am 07. November 1972 in Neumarkt dar. Der damalige CSU-OB Romstöck brachte es nicht fertig, den sozialdemokratischen Kanzler und Friedensnobelpreisträger im Rathaus zu empfangen!

Auch andere SPD-Prominenz, aus Bund und Land, fand den Weg nach Neumarkt: 1953 Prof. Carlo Schmidt, zur 50-Jahr-Feier besuchte Waldemar von Knoeringen den Ortsverein, 1958 kam Erich Ollen hauer und 1965 sprach Volkmar Gabert. Mit Karl-Heinz Hiersemann, Herbert Wehner, Hans Jochen Vogel, Johannes Rau, Rudi Schöfberger, Oskar Lafontaine, Heidemarie Wieczorek-Zeul, Walter Kolbow, Ulla Schmidt, Dr. Helmut Ritzer, Ludwig Stiegler, Franz Maget, Wolfgang Hoderlein und Franz Müntefering, sind nur die wichtigsten und bekanntesten SPD-Per~ sönlichkeiten genannt, die in den Mauern Neumarkts verweilten.

Bei den Kommunalwahlen 1978 verlor die SPD zwei ihrer neun Sitze im Stadtrat. Dieses schlechte Ergebnis hatte ihre Ursache hauptsächlich im Ausscheiden so maßgeblicher Genossen wie Franz Plank, Hans Kohl und dem leider verstorbenen Toni Kaiser. Als OB-Kandidat erreichte Armin Aumeier beachtliche 33,8 Prozent.

Die Fraktion, deren Vorsitz Bernd Kaksch hatte, gehörten noch die Genossin Frieda Dotzauer, sowie die Genossen Armin Aumeier, Ludwig Wittmann, Karl Schmidt, Hans-Jürgen Madeisky und Gregor Reischböck an.
Die sogenannte "geistig-moralische Wende" 1982 bescherte der Republik einen konservativen Salto rückwärts. In den Jahren dieser politischen Kehrtwendung wurden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer. Zusätzlich wurden die Rechte der Arbeitnehmer immer mehr abgebaut. "Auguren" sprachen vom Ende des "Sozialdemokratismus", Umwelt und Ökologie rückten immer mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung.
Die Kommunalwahl 1984 bestand die SPD erfolgreich. Der Wähler honorierte unsere Arbeit. So konnte der OB Kandidat Bernd Kaksch tolle 30,1 Prozent erreichen, die SPD im Stadtparlament eine stärkere Fraktion stellen. Trotz der Anhebung der Anzahl der Stadträte auf nunmehr 40, wurde eine deutliche Verbesserung erreicht. Gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden Bernd Kaksch, setzten sich Frieda Dotzauer, Ursula Plankermann, Armin Aumeier, Hans Jürgen Madeisky, Karl Schmidt, Ludwig Wittmann (+1988), Gregor Reischböck, Karl-Heinz Brandenburger und ab 1988 Bernd Metzler, für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger ein.
Auch wenn die Wiedervereinigung Helmut Kohl und damit der Union nochmals einen Sieg bei den Bundestagswahlen 1990 bescherte, so bestritt die SPD die Kommunalwahl im selben Jahr recht erfolgreich.
Wir konnten zwar nicht siegen, unsere Stadtratsmandate auf zwölf erhöhen, schafften wir dennoch. Auch wenn unser OB-Kandidat Bernd Kaksch, unter Wert geschlagen wurde, die Fraktion wurde stärker als je zuvor. Hinter dem Fraktionsvorsitzenden Bernd Kaksch standen von nun an: Ursula Plankermann, Hannelore Wagner, Veronika Plank, Armin Aumeier, Hans Jürgen Madeisky, Gregor Reischböck (+1994), Rudolf Lehrer, Hans Graf (+1992), Karl Schmidt, Karl-Heinz Brandenburger und ab 1991 Lothar Braun (er wechselte von den GRÜNEN zur SPD), sowie ab 1992 für den verstorbenen Hans Graf, Bernd Metzler.

Im Jahre 1991 übernahm Hans Jürgen Madeisky den Vorsitz des SPD Ortsvereins. Zu unserem größten Bedauern verstarb unser langjähriger DGB-Kreisvorsitzende und Stadtrat Hans Graf, unerwartet und viel zu früh im Jahr darauf. Ihm folgte Bernd Metzler in den Stadtrat.

Auch die Bundestagswahl 1994 brachte für die SPD bundesweit gesehen keinen Erfolg. Mit seinen“blühenden Landschaften" konnte Helmut Kohl den Sieg noch einmal davon tragen.

Die Kommunalwahlen 1996 brachten für die SPD kein gutes Ergebnis. Bernd Kaksch wurde als OB-Kandidat förmlich abgestraft, die Fraktion erreichte nur mehr 7 Sitze. Gründe hierfür gibt es einige:

Der Vorwurf, die SPD wäre .zu nahe am OB gewesen", oder falsche Themen (Fußgängerzone) usw. sind objektiv gesehen wohl mit ursächlich für diese Schlappe. Viel mehr jedoch wiegt die Tatsache, dass uns einige erfahrene Ratsmitglieder nicht mehr zur Verfügung standen. So mussten die verstorbenen Stadträte Hans Graf und Gregor Reischböck ersetzt werden. Stimmenmagneten wie Veronika Plank, Hannelore Wagner, Hans Jürgen Madeisky und Karl Schmidt traten nicht mehr zu den Neuwahlen an.
Die neue Fraktion setzte sich wie folgt zusammen: Neuer Fraktionsvorsitzender wurde nach einer "Kampfabstimmung", Armin Aumeier.
Die weiteren Fraktionsmitglieder waren Ursula Plankermann, Bernd Kaksch, Lothar Braun, Rudolf Lehrer, Josef Niebier und Karl-Heinz Brandenburger.
Es kam wie es kommen musste: Nach der "Abwahl" Kaksch herrschte keine große Einigkeit mehr in dieser Fraktion. Keiner traute mehr dem anderen. Die neue Fraktionsführung Aumeier/Lehrer versagte auf ganzer Linie und der Erfolg blieb völlig aus. Erst 2000, als es Aumeier nicht mehr machen konnte, gesundheitliche Gründe, überlies er das Feld Lothar Braun. Zusammen mit Ursula Plankermann begann ein Neuanfang in der Fraktion. Dieser Neuanfang in der Fraktion wurde komplettiert mit einem neuen Ortsvorsitzenden. Nachdem Bernd Kaksch, derweil krankheitsbedingt im Ruhestand, seinen Vorsitz an Karl-Heinz Brandenburger, abgegeben hatte, kehrte wieder Ruhe im Ortsverein und der Fraktion ein. Der neu gewählte Ortsvorstand arbeitet seither in völliger Harmonie und im vollsten Vertrauen mit der Stadtratsfraktion zusammen. Erste Nagelprobe waren die Landtags- und Bundestagswahl 1998. Mit viel Einsatz vor Ort, den unzähligen Helferinnen und Helfern sei hierfür nochmals gedankt, trug der Ortsverein sein Scherflein zum grandiosen Wahlsieg Schröders und der SPD bei. Reinhold Strobel, wurde bereits 1999 als Nachrücker für Günther Verheugen, Mitglied des Bundestages und konnte viele Gutes für unseren Wahlkreis bewirken.
Die Arbeit im Ortsverein und auch in der Fraktion wurde nicht weniger. So stellte sich die SPD sämtlichen wichtigen Fragen der Kommunalpolitik: Stadthalle und Bebauung Unteres Tor, Ortsumgehung Pölling mitsamt Kreisverkehr bei Pölling, Kreisverkehr bei Stauf, Ausweisung neuer Gewerbegebiete bei Stauf, an der B8 bei Pölling, Erschließung neuer Baugebiete, Autobahnanschluss Frickenhofen und vieles mehr. Die nächste Wahl war ja nicht mehr weit.
Das Ergebnis dieser Kommunalwahlen im Frühjahr 2002 lies uns schlimmes ahnen. Gar mancher bezweifelte, ob denn die SPD überhaupt noch "Fraktionsstärke" (=4 Sitze) erreichen würde. Auch hier wieder einige ungünstige Voraussetzungen: schlechte Arbeit bis 2000, Austritt und Gründung einer Konkurrenzpartei durch Aumeier, Lehrer und Niebier, bis dahin SPD-Stadträte. Weitere Konkurrenz durch FLIZZ, dahinter versteckte sich die erfolgreiche BI gegen die Bebauung des Unteren Tores, an der Spitze Hans Jürgen Madeisky, ebenfalls ein "Ehemaliger" und nicht zuletzt ein mit geballter Finanzkraft geführter CSU-Wahlkampf. All dies lehrte uns schon das Zittern. Aber unverdrossen, mit Mut, Anstand und Fairness gegenüber dem politischen Gegner, führten wir einen tollen Wahlkampf und vertrauten voll auf unsere Stärken. Über zwölf Wochen standen wir fast jeden Samstag am Infostand, verteilten unsere Materialien, wohl wissend, dem Gegner nie entscheidend Paroli bieten zu können.
Trotzdem lohnte der unbändige Einsatz Aller. Wir kamen mit einem halbwegs blauen Auge davon, und erreichten 5 Sitze. Gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden Lothar Braun und seiner Stellvertreterin, Ursula Plankermann machen wir, Gertrud Heßlinger, Ulli Kutscheid und Karl-Heinz Brandenburger hervorragende Arbeit. In vielen Bereichen sind wir, wie es sich für die SPD seit Jahrzehnten gehört, wieder in vorderster Linie dabei: Kinderkrippe, Ganztagsschule als Angebotsschule, Kinderhort, Ortsumgehung Pölling, Erschließung von Wohn- und Gewerbegebieten usw.
Auch In politisch schwierigen Zeiten, das Wahldesaster vom September 2003 bei den Landtagswahlen ist Beleg genug dafür, lassen wir uns in Neumarkt nicht unterkriegen. Wir haben unsere eigene Meinung, wir sehen manchmal Dinge etwas anders als die Mehrheit im Stadtparlament, wir machen den Mund auf, wenn es etwas zu sagen gibt. Wir betreiben ehrliche, zuverlässige Kommunalpolitik, mit uns muss man jederzeit rechnen, auf uns kann man aber auch zählen, wenn es um eine rechte, korrekte und machbare Sache geht. Wir haben keinerlei persönliche Interessen zu vertreten, sind bei Sachentscheidungen völlig unabhängig. Weil wir keinen "Postenschacher" betreiben müssen, können wir aufrechten Ganges unsere Politik vertreten und unsere Arbeit vorzeigen. Dieses wollen und werden wir in unserer schönen Heimatstadt Neumarkt fortsetzen. Für jegliche Art der Unterstützung hierbei sind wir offen, denn niemand soll uns einmal nachsagen können: Sie hatten nur Scheuklappen! Dass dies so bleiben wird, dafür kämpfen wir jeden Tag aufs Neue:
Die SPD-Stadtratsfraktion und der SPD-Ortsverein Neumarkt!